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Kunstkritik

 
 



 
 
Kunstkritiker M.D. Gengriel, beim Besuch in der Kölner Galerie.




VERSUCH: ZUORDNUNG

 

 
Wie oft geschieht es, dass man Künstler einem in der Kunstwelt gebräuchlichen Oberbegriff der eine Stilrichtung, eine Malergruppe oder eine Schule definiert und zugeordnet sieht.  Einige, die nicht zuordenbar, bekommen dann den Stempel von Stilpluralismus, wofür ich hier Friedensreich Hundertwasser als Beispiel anführen möchte. Man ist daher gezwungen Kunstwerke zu beschreiben, sich auf sprachlichem Gebiet zu bewegen um den Versuch einer Umschreibung zu finden, die Formsprache und auch die Wirkung der Kunst dieser voller Kreativität Schaffenden zu vermitteln. 
 
 
Bei Iven Orx und Aaron Vinn treffen wir auf einen Fächer, den kretives Schaffen darstellen kann. Ihre keinesfalls heimliche Liebe gilt dem Umgang mit Lichtfülle, wobei sie durch gekonnte Streuung oder Bündelung die Wege des Lichtes, ganz gleich ob natürlich oder künstlich, über die Leinwand und auch den Rahmen hinausgehen lassen, sie so ihre ohnehin schon grosse Formate noch weiteren Raum greifen lassen.  Wären Mauern nicht als Träger der Kunstwerke nötig, ihre Objekte und Arbeiten auf Leinwand würden ufogleich am Horizont in unsere Welt herabsinken und die Grenzen zwischen Himmel und Erde verwischen. 

Man muss einfach hinsehen, sich damit auseinandersetzen, denn diese Kunst macht etwas mit uns, dem Betrachter. Einige sprechen von Kitsch, andere rühmen es gute Kunst und hunderte von weiteren Aussagen dazu sind vorstellbar. In einem Punkt aber treffen sich alle, denn so etwas hat man noch nicht oft gesehen und schon zeichnet sich eine noch unbenannte Stilrichtung am Markt ab. 
 
Wenn man die Kunst aus den Farbpigmenten Yves Kleins betrachtet, die strahlend fasziniert und  vor allem sein Blau durch Streuung unglaublich erstrahlen lässt, oder Jeff Koons Arbeiten, der mit seinen bunten Objekten grossformatiger spiegelnder Flächen brilliert, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, dass den monochromen Arbeiten des Erstgenannten ihre Fortsetzung in multichromen und glitzernden Farben, wie wir sie bereits in Zeiten des Jugendstils und in anderen Kulturen gesehen haben, finden. 

Das Künstlerduo Iven Orx und Aaron Vinn gehen diesen Weg konsequent, ohne zuordenbar zu  einem bestimmten Kunststil, einer Kunstschule oder eine Künstlergruppe zu sein, sind glaubwürdig Wegbereiter, die frühe Arbeiten wie den progressiven Weg und ihre Vision von Licht und dessen Reflektionsmöglichkeiten ebensowenig ausser Acht lassen, wie auch die Notwendigkeit, sich mit ihrem handwerklichen Können auch kommerzieller Kunst nicht zu versagen. Vollblutkünstler, die Abwege nicht zulassen. 


M.D. Gengriel
Kunstkritiker 

Juni, 2019